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Ehemalige Jüdische Gemeinde Eppingen

  Alte Synagoge in Eppingen in Kaiserstraße

 

 Architekt: vermutlich Wilhelm Lößlin, 1872/73  erbaut, 1938 angezündet, 1940/41 abgebrochen

 

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts hatte die jüdische Bevölkerung mit weit über 200 Einwohnern ihren Höchststand erreicht. Die "Alte Universität" in der Fleischgasse, wo die Heidelberger Universität während der Pestepidemie 1564/65 untergebracht war, diente den Eppinger Juden längere Zeit für Versammlungen und Gottesdienste. 1772 baute die Judenschaft eine eigene "Schule" - "Alte Synagoge". Diese Gebäude mit Mikwe, das sog. "Jordansbad", wurde 1885 verkauft.

"Alte Synagoge" und "Jordansbad" konnten mittlerweile restauriert werden und sind seit 1985 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.

Am 31. Oktober 1873 fand die festliche Einweihung der neuen Synagoge in der Kaiserstraße statt. Die Außenansicht von 1896 zeigt die baulichen Details in meisterlicher Qualität. Man erkennt einen stattlichen, einschiffigen Saalbau mit mäßig steilem Satteldach und einheitlichem Steinschnitt. Auffällig springen die beiden minarettartigen, polygonalen Ecktürmchen ins Auge, die mit ihrer zinnenartigen Bekrönung neuislamische Stilelemente aufgriffen. Gerade der architektonische Aufbau der Vorderseite nimmt mittels Stufenportal, überhöhtem Mittelfenster und Dreigliederung der Giebelfassade das Grundschema der Basilika auf und repräsentiert mit dieser Übernahme christlich-sakralen Formenguts die zeitgenossische Liberalisierung.

Das Gebäude war in der Reichspogromnacht vom 9./10. November 1938 angezündet und schwer beschädigt worden. 1940 wurde es restlos abgebrochen.