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Ehemalige Jüdische Gemeinde Ettlingen

  Alte Synagoge in Ettlingen  in  Pforzheimer Straße

 

 Architekt: Alexander Kiefer,
 1889 erbaut, 1938 zerstört

 

In Ettlingen lebten seit dem 14. Jahrhundert Juden. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts nahm ihre Zahl zu und erreichte um 1900 mit 70 Personen ihren Höchststand. Von 1827 an zum Rabbinatsbezirk Karlsruhe gehörig, wurde die Ettlinger Judengemeinde 1885 der Bezirkssynagoge Bühl zugeteilt. Die Toten wurden auf dem jüdischen Verbandsfriedhof in Kuppenheim bestattet. Seit etwa 1819 diente ein gemietetes Haus als Andachtsraum. 1833 ist erstmals der Synagogenrat aktenkundig. Im 1848 kaufte die Gemeinde ein Grundstuck und richtete eine Synagoge und ein Frauenbad ein.

Der Neubau wurde auf der nördlichen Seite der Pforzheimer Straße (heute Nr. 33) errichten. Hier befand er sich in der Nachbarschaft zweier weiterer öffentlicher Gebäude: des Spitals und der Thiebautschule. Den Entwurf lieferte der Architekt Alexander Kiefer. Am 5. Oktober 1888 wurde die Synagoge durch Oberrabbiner Dr. Mayer aus Bühl eingeweiht. Die Festgemeinde, zu der auch christliche Mitbürger zählten, war zuvor nach einem Abschiedsgottesdienst in der alten Synagoge in Begleitung des Musikzugs der Ettlinger Unteroffiziersschule zum neuen Gotteshaus gezogen, wo ein Gemeinderat das Gebäude unter den Schutz der Stadt nahm.

Die ganz in Werkstein ausgeführte, Stilformen der Renaissance aufgreifende Fassade des Baus wies eine vertikale Dreiteilung auf, indem zwei mit Kuppeldächern versehene Eckrisalite den Mittelteil turmartig einrahmten. Die Eckrisalite, mit hervorgehobenen Eckquadern im Erdgeschoss, trugen im Obergeschoss je zwei Schrifttafeln, auf denen Gebote und Psalmen in hebräische Schrift zitiert waren.

In der Reichspogromnacht wurde die Synagoge unter Beteiligung von Westwallarbeitern in Brand gesteckt. Bis Sommer 1939 war die angeblich einsturzgefährdete Ruine - auf Kosten der jüdischen Gemeinde - abgetragen.