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Ehemalige Jüdische Gemeinde Ihringen

 Alte Synagoge in Ihringen in Bachenstraße

   

  Architekt: Georg Jakob Schneider, 1861 erbaut, 1938 zerstört

 

Eine jüdische Ansiedlung in Ihringen ist vor dem 18.Jahrhundert nicht nachzuweisen. Erst im Jahre 1716 wird im Kontext von Judenvertreibungen aus der Schweiz und dem Elsass eine Aufnahme von Juden in Ihringen erwähnt. Die Ihringer Juden gehörten zum Rabbinat Breisach und erhielten 1721 die Erlaubnis, gemeinsam mit den Emmendinger und Eichstetter Juden in Emmendingen einen Friedhof anzulegen. Die zehn jüdischen Familien, die 1738 in Ihringen ansässen waren, hatten sich in einem Privathaus einen Betsaal eingerichtet. Als dieses Haus 1760 verkauft wurde, ging man noch im gleichen Jahr den Bau einer Synagoge an. Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts wuchs die Zahl der Jüdischen Familien kontinuierlich. Die Gemeinde Ihringen war jedoch einem zeitgenössischen Bericht zufolge nicht sehr erfreut darüber, waren die Juden doch mehrheitlich arm und brachten keinen Nutzen für die Gemeinde. Dass man sich im Jahre 1765 erfolgreich gegen die Neuaufnahme eines Juden zur Wehr setzte, ist sicherlich vor diesem Hintergrund zu sehen.

Im 19. Jahrhundert stieg der Anteil der jüdischen Bevölkerung in Ihringen rasch an und erreichte 1852 mit 263 Personen das Maximum. In die sechziger Jahre des 19. Jahrhunderts fällt dann auch die Planung und der Bau einer neuen Synagoge an der Bachenstraße.
Die Ihringer Synagoge wurde nach Plänen des Freiburger Architekten Schneider errichtet, der sich im weiteren Umkreis der Dreisamstadt als Planer und Architekt etlicher Synagogen hervorgetan hatte.
Am 10. November 1938 wurden die Ihringer Juden von SS-Leuten vor ihrer Synagoge zusammengetrieben, wo sie aufs Übelste beschimpft wurden und mit ansehen mussten, wie ihr Gotteshaus den Flammen übergeben wurde.