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Ehemalige Jüdische Gemeinde Kippenheim

 Alte Synagoge in  Kippenheim  in Poststraße

 

  Architekt: Georg Jakob  Schneider, 1850/51 erbaut, 1938  demoliert, 1986/87 restauriert

 

Die am 23. Januar 1852 eingeweihte Synagoge in Kippenheim war das dritte Gotteshaus der dortigen jüdischen Gemeinde. Das erste mußten die seit Mitte des 17. Jahrhunderts hier ansässigen Juden im Jahr 1793aufgeben. Mit Unterstützung des markgräflichen Landesherrn konnten die damals eif jüdischen Familien ein bescheidenes zweigeschossiges Bauwerk im "Judengäßle" errichten. Im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts war auch diese Synagoge alsbald zu klein geworden.
Im April 1849 griffen die Kippenheimer Juden mit ihrem Bauantrag einen Plan des Freiburger Architekten und Gewerbeschullehrers Georg Jakob Schneider auf, der sich mit der Betreuung öffentlicher Bauten in der Umgebung schon mehrfach bewährt hatte. Prächtig war der Gesamteindruck der Fassade: eine im  Rundbogenstil gehaltene Doppelturmfassade mit  Dreiecksgiebel und zinnenbekrönten Turmstümpfen. Ein in der Mitte leicht erhöhter Dreifachbogen mit der hebräischen Inschrift Dies ist nichts anderes als ein Haus Gottes bildete das Eingangsportal. Eine Maßwerkrose betont den oberen Fassadenteil, dessen Giebeldreieck mit den beiden Zehngebotstafeln über einen steigenden Bogenfries abgeschlossen wurde. Die Türme nahmen die Wendeltreppen zu den Frauenemporen auf.
In der Reichspogromnacht schändeten und demolierten das Gebäude. Ein bereits gelegter Brandsatz wurde gelöscht, weil Nachbarn um ihren Schuppen fürchteten. 1983 erwarb die politische Gemeinde Kippenheim das Gebäude und veranlasste die vorbildliche Außenrestaurierung, die 1987 abgeschlossen werden konnte. Dabei war man zu einem nicht geringen Teil auf alte Photographien angewiesen.

Förderverein Ehemalige Synagoge Kippenheim e.V.