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Ehemalige Jüdische Gemeinde Sulzburg

  Alte Synagoge in Sulzburg in   Mühlbachstraße

 

  Architekt: Johann Ludwig Weinbrenner,
  1822 erbaut, 1938 demoliert, 1987 renoviert

 

Bereits seit dem 16. Jahrhundert hatte die zeitweilige badische Residenzstadt eine beachtliche jüdische Gemeinde beherbergt, die über einen eigenen Friedhof verfügte und Ihre Gottesdienste bis zum Synagogenbau von 1822 in einem Betsaal abhielt. Von 1727 bis 1886 war der Ort zudem Rabbinatssitz für das badische Oberland. 
Der klassizistische Synagogenneubau ist ein rechteckiger Raum mit einem vorgestellten, giebelbekrönten dorischen Portikus über dem Eingang und einer in die Ostwand eingelassenen Nische für den Toraschrein. Der Innenraum der Synagoge ist zwischen den Emporen mit einer hölzerner Tonne überwölbt. Da die Empore durch eine regelmäßige Reihe quadratischer Pfeiler mit Kapitellen gestützt wird, entsteht ein dreischiffiger Raum.
1876/77 wurde die Synagoge renoviert und eine Mikwe im Untergeschoss erweitert.
In der Nacht zum 10. November 1938 teilte die Sulzburger Synagoge das Schicksal aller Synagogen im Land. Sie wurde entweiht, verwüstet, allerdings nicht in Brand gesetzt, weil ein Übergreifen des Feuers auf die eng benachbarten Häuser befürchtet wurde. Nach Kriegsende wurde die Synagoge an einen Privatmann verkauft. In den 1970er Jahren wurde das Gebäude in die staatliche Denkmalpflege einbezogen. Nach der Restaurierung wurde das Gebäude als Zeugnis jüdischer Kultur des früher badischen Landjudentums zu einer Gedächtnis- und Begegnungsstätte.
Seit 1988 ist die ehemalige Synagoge Gedenkort und Lernstätte.