Geschichte der Juden in Mannheim
Jüdische Friedhöfe in Mannheim
Alter Friedhof F 7

1900

1938

 

Der Friedhof in F 7 gehörte zu den frühesten Einrichtungen der Mannheimer Gemeinde, die 1661 einen Platz "in dem Bollwerk hinter dem Hütterschen Brüderhof" im Quadrat F 7 erwarb. Diese Begräbnisstätte wurde von 1661 bis 1842 belegt und mehrmals erweitert. Die insgesamt 1113 Grabsteine standen auf einer Fläche von 28 Ar dicht gedrängt aneinander. Eine im 20. Jahrhundert erfolgte Zählung ergab, dass hier 3586 Tote bestattet waren. Seit der Eröffnung des Neuen jüdischen Friedhofs 1842 wurde der Friedhof F 7 nicht mehr belegt. Friedrich Walter nannte den Friedhof "einen interessanten und stimmungsvollen Überrest Alt-Mannheims." Er war das älteste Kulturdenkmal der Stadt. Die Steine trugen häufig Inschriften mit Namen alter und hoch angesehener Mannheimer Familien.

Die NS-Stadtverwaltung erzwang die Räumung des Friedhofs. Die Gemeinde musste im Sommer 1938 die Umbettung der Toten vornehmen. Soweit dies möglich war, setzte man sie unter Wahrung der religiösen Vorschriften in einem Sammelgrab auf dem Neuen jüdischen Friedhof bei. Die Stätte ist von einigen der alten Grabsteine umsäumt. Zwei Brunnenschalen aus F 7 fanden ebenfalls auf dem Neuen Friedhof eine neue Aufstellung. In F 7 errichtete die Stadt 1960 Gebäude mit Grünanlagen und stellte eine Gedenktafel auf.

 

Friedhöfe Feudenheim

1986

1933

 

Feudenheim war bis 1910 ein selbständiges Dorf. Die dort ansässige jüdische Gemeinde begrub ursprünglich ihre Toten auf dem Hemsbacher Verbandsfriedhof. 1858 erwarb sie in der heutigen Scheffelstr. 33 einen eigenen Friedhof. Um 1900 legte sie einen neuen Friedhof neben dem christlichen an, der im Jahr 1941 geschlossen wurde. Sowohl der alte als auch der neue jüdische Friedhof in Feudenheim sind erhalten.

 
Neuer Friedhof

1925

Mittelweg

 

Der 1842 eröffnete neue jüdische Friedhof wurde mit dem städtischen Hauptfriedhof gemeinsam angelegt, ist jedoch durch eine Mauer getrennt. Das ursprüngliche Eingangsgebäude wurde 1900 durch einen dreiteiligen Baukomplex ersetzt, der eine Bethalle, eine Leichenhalle mit Zellen, Sezier-, Warte- und Empfangsräume sowie ein Aufseherwohnhaus enthielt.

Am 10.11.1938 sprengten Nazihorden die Eingangsgebäude. Auch Grabsteine wurden beschädigt. Die im Wärterhaus wohnende Familie des Friedhofaufsehers wurde 1940 nach Gurs deportiert, die Eltern und ein Sohn der Familie wurden 1942 in Auschwitz ermordet. 1954 ließ die Stadt die Ruinen der Kapelle und des Wärterhauses abtragen und die Leichenhalle in vereinfachter Form wieder aufbauen. Am 22.10.1954, dem 14. Jahrestag der Deportation nach Gurs, wurde sie ihrer Bestimmung erneut übergeben. Am gleichen Tag wurde auch die Gedenkstätte "DENEN DIE KEIN GRAB FANDEN" eingeweiht.

Der Friedhof enthält annähernd 6000 Grabstätten. Rund 8000 Tote sind hier bestattet. Neben einfachen Gräber finden sich viele Grabanlagen des Mannheimer Großbürgertums.

 
       
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