| Geschichte der Juden in Mannheim | |||
| Synagogen und Bethäuser | |||
Hauptsynagoge in F 2, 13 |
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![]() Lithographie 1855 |
![]() 1900 |
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Eine erste „Schul“ wird 1660 erwähnt. Um 1700 entstand in F 2, 13 eine neue Synagoge, ein unscheinbares Gebäude, . Es wurde 1851 abgerissen. Nach den Plänen der Architekten Ludwig Lendorff, Friedrich Eisenlohr und Heinrich Lang entstand hier die Hauptsynagoge, ein neuromanisches Gebäude im „byzantinischen Stil“. Unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit wurde sie am 29. Juni 1855 eingeweiht. Die prächtige Synagoge galt „als Zierde der hiesigen Stadt“. Viele Einrichtungen waren dem Raumprogramm protestantischer Kirchen entnommen. Die umstrittenste Neuerung war die Orgel. Sie war die erste in einer badischen Synagoge, wurde aber bald in den liberalen Gemeinden ebenfalls eingeführt. Der orthodoxe Teil der Mannheimer Gemeinde, der die Orgel ablehnte, zog sich in die Klaussynagoge zurück. Bis zu den 1920-er Jahren stieg die Zahl der Gemeindemitglieder auf mehr als das Dreifache an. Das Gebäude, das rund 700 Plätze aufwies, wurde zu klein. Zum 75. Jubiläum der Hauptsynagoge im Jahr 1930 glaubte der Synagogenrat noch, dass nach Überwindung der Wirtschaftskrise außer „der jetzigen Synagoge eine neue“ gebaut werde. Diese Hoffnung wurde bald für immer zerstört. |
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Klaussynagoge in F 1, 11 |
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![]() 1930 |
![]() 1900 |
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Im 18. Jahrhundert wurden die „Klausen“ genannten jüdischen Lehrhäuser ins Leben gerufen. Von den drei Stiftungen der Hoffaktoren Lemle-Moses Reinganum, Michael May und Elias Hayum war die Klaus in F 1, 11 die größte. Sie wurde 1708 von Lemle Moses Reinganum (um 1666-1724) gegründet und existierte bis 1940. Nach seinem Tod hinterließ Lemle Moses testamentarisch 100000 Gulden zur Unterhaltung seines Lehrhauses mit Synagoge „auf ewige Zeiten“. Seit dem 19. Jahrhundert wurde sie zum Sammelpunkt der orthodoxen Gemeindemitglieder. In den Jahren 1887/88 wurde die Synagoge im „maurischen Stil“ " und nochmals 1929/30 im Stil der Neuen Sachlichkeit ausgebaut. Am 10.11.1938 geschändet und zerschlagen, wurde sie von Gemeindemitgliedern notdürftige instand gesetzt. Von 1939 bis zur Deportation der Mannheimer Juden im Oktober 1940 fand in der Klaus der Gottesdienst der Gesamtgemeinde statt. Die Gebäude wurden im Krieg zerstört. |
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| Gemeindezentrum R 7, 24 | |||
![]() Chanukkafeier 1946 |
![]() Feier im Gemeindezentrum 1946 |
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Die Befreiung Mannheims durch die Amerikaner Ende März 1945 ermöglichte einen zaghaften Neubeginn jüdischen Lebens in der Stadt. In den folgenden Monaten fanden an verschiedenen Orten Mannheims jüdische Gottesdienste statt, u. a. im zerstörten Gebäude der Handelskammer in L 1, 2. Ein in Mannheim von den Militärbehörden beschlagnahmtes Haus, Maximilianstr. 9, war als Gemeindezentrum vorgesehen; Anfang 1946 war die Israelitische Gemeinde in der Viktoriastr. 3 gemeldet. Im März 1946 bezog sie das ehemalige jüdische Waisenhaus in R 7, 24. Das Gebäude war 1941 an die Stadt „verkauft" worden; nach Kriegsende hatte es die JRSO übernommen, die es der Gemeinde wieder zur Verfügung stellte. Der damalige Gemeindevorsitzende Max Keller berichtet 1947: unser Gemeindehaus steht auch anderen Zwecken zur Verfügung. Räume für Übernachtungen sind vorhanden, und so können wir in unserer 80 Prozent zerstörten Stadt den durchreisenden Juden eine Unterkunft bieten. Zu diesem Zwecke stehen 20 Betten bereit, jeder bekommt Frühstück und auf Wunsch Mittag- und Abendessen, so wie es in unseren Kräften steht. Monatlich haben wir ca. 250 Übernachtungen. . Bade- und Waschraum stehen bereit, eine Bibliothek, die im Keller der früheren Klaus-Synagoge gelagert war, tausende Bücher, stellen wir nunmehr unserer 170 Köpfen starken Gemeinde zur Verfügung. Unseren 12 Kindern, die während der Leidenszeit keine Gelegenheit hatten, Schulen zu besuchen, lassen wir in Hebräisch und in anderen Fächern Nachhilfestunden geben. |
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Synagoge Maximilianstraße 6 |
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![]() 1984 |
![]() 1984 |
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Nachdem das frühere jüdische Waisenhaus R 7, 24 in den Jahren 1946-57 als Synagoge gedient hatte, entstand neues Gemeindezentrum in der Oststadt. Die Einweihung der Synagoge Maximilianstraße fand an Lag Baomer des Jahres 5717 statt. Den Festgottesdienst gestalteten der Karlsruher Kantor Wolf Faerber und der Gemeindevorsitzende Fritz Mayer. Architekt Wilhelm Schlechte hatte dem Gebäude eine einfache rechteckige Form gegeben. 30 Jahre erfüllte das Gebäude mit Synagoge, Gemeindesaal und Zweckräumen seinen Zweck. Erst 1987 kehrte die Gemeinde in die Innenstadt zurück. Den letzten Gottesdienst in der Maximilianstraße feierte sie an Erev Sabbat, dem 11.9.1987 mit Rabbiner Dr. Grünewald, der aus den USA gekommen war. |
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